Den Auftakt des Schwäbischen Fischereitages am 9. Mai 2026 in Oettingen bildete der Bericht von Präsident Hans Joachim Weirather. In einer engagierten und inhaltlich breit gefächerten Rede spannte er den Bogen von aktuellen Herausforderungen bis hin zu großen Zukunftsprojekten der schwäbischen Fischerei. Themen wie Klimawandel, Gewässerentwicklung und die Sicherung ökologisch funktionsfähiger Lebensräume standen dabei im Mittelpunkt. Zugleich zeigte Weirather auf, wie aktiv der Verband an Lösungen mitarbeitet – etwa bei Großprojekten wie „Licca liber“, bei EU Initiativen oder bei zahlreichen Renaturierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Behörden und Partnern. Besonders betonte er die Bedeutung der Vereine, der Jugendarbeit sowie eines starken Netzwerks. Klare Worte fand er auch zur Wasserkraft: Die Gewässer bräuchten Raum, Dynamik und Durchgängigkeit.
Im Anschluss richteten die Ehrengäste ihre Grußworte an die Versammlung. Bundestagsabgeordneter Christoph Schmid (SPD), der stellvertretende Bezirkstagspräsident Peter Schiele, Oettingens
2. Bürgermeister Markus Eisenbarth sowie Christian Kreye, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Schwaben, würdigten die Arbeit der Fischerei als wichtigen Beitrag für Naturschutz, Gesellschaft und regionale Identität.
Fachlich geprägt wurde der Vormittag durch zwei Vorträge: Johannes Meyer vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth stellte das Umsetzungskonzept an der Wörnitz vor, das auf eine Verbesserung der Gewässerstruktur und die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit abzielt. Dabei wurde insbesondere die Einbindung der Fischereivereine als wichtiger Partner hervorgehoben. Anschließend präsentierte Ralph Klocke von dervLEW Wasserkraft das Projekt „CityRiver“, das innovative Wege aufzeigt, urbane Gewässer ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig nachhaltig energetisch zu nutzen.
Höhepunkt des Tages war die Delegierten- und Mitgliederversammlung am Nachmittag. Nach 14 Jahren an der Spitze des Fischereiverbandes Schwaben wurde Präsident Hans Joachim Weirather feierlich verabschiedet. In dieser Zeit habe er den Verband maßgeblich geprägt, modernisiert und strategisch weiterentwickelt. Zu seinem Nachfolger wählten die Delegierten Dr. Andreas Otto.
Im Rahmen der Versammlung wurden zudem verdiente Persönlichkeiten ausgezeichnet: Josef Hochmuth, langjähriger Kreisobmann im Landkreis Ostallgäu, erhielt die Verdienstmedaille des Verbandes. Stefan Hertle vom Fischer Verein Oettingen wurde mit der silbernen Ehrennadel geehrt. Als neuer Kreisobmann für den Landkreis Ostallgäu wurde Stephan Sohr vom Fischereiverein Marktoberdorf gewählt.
Den emotionalen Schlusspunkt bildete eine besondere Würdigung: Für seine außergewöhnlichen Verdienste um die schwäbische Fischerei wurde auch Hans Joachim Weirather mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet. In der Laudatio wurde sein langjähriges Wirken, insbesondere sein Engagement für große Renaturierungsprojekte und die starke Vernetzung des Verbandes in Politik und Fachwelt, hervorgehoben. Anschließend ernannte ihn die Versammlung zum Ehrenpräsidenten des Fischereiverbandes Schwaben – ein sichtbarer Ausdruck des großen Dankes und der Anerkennung.
Abgerundet wurde das Wochenende durch das Schwäbische Königsfischen am Folgetag: Johann Östreicher vom Sportfischerei Verein Ortlfingen u. Umgebung e.V. sicherte sich mit dem Fang einer Brachse von 1.820 Gramm den Titel des Schwäbischen Fischerkönigs.











